Mein Freiwilliges Soziales Jahr an der LVR-Gerricus-Schule

Erfahrungsbericht von Jenny I., FSJlerin im Schuljahr 2018 / 2019

Erstes Kennenlernen

Nach den Sommerferien 2018 habe ich mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) an der LVR-Gerricus-Schule begonnen. Hier stehen drei Stellen zur Verfügung, die an Freiwillige vergeben werden können. Direkt am Anfang bekommt man die Möglichkeit zu hospitieren, um einen ersten Eindruck zu erhalten.

Am ersten Tag habe ich den Kindergarten besucht, danach die Grundschule und am letzten Tag die Hauptschule. Nach den Hospitationstagen erfolgt ein Gespräch mit dem Schulleiter, um zu klären, wer in welchem Bereich während des gesamten Freiwilligendienstes arbeiten möchte. Ich fand alle drei Einsatzmöglichkeiten interessant, hatte aber von Anfang an einen Favoriten.

Einsatz in der Grundschule

Nun arbeite ich seit einem halben Jahr in der Grundschule. Dort unterstütze ich die beiden Förderklassen. Ich habe in diesem Zeitraum viele neue Erfahrungen gesammelt. Die anderen Freiwilligen helfen im Kindergarten und in der Hauptschule. Meine Teamkolleg*innen unterstützen mich jederzeit und bei Fragen kann ich immer auf sie zugehen.

Vormittags im Unterricht

Morgens um acht Uhr sitze ich mit den Lehrer*innen und der Schulleitung in der Frühbesprechung. Dort wird der Vertretungsplan besprochen und wichtige Informationen an uns weitergegeben. Danach geht es für mich in die Drachen- oder Mäuseklasse.

Am Anfang sitzen wir gemeinsam im Stuhlkreis und besprechen den Unterrichtsablauf, spielen kleine Spiele und singen Lieder. An manchen Tagen beginnen die Kinder mit ihren Arbeitsplänen und an anderen sitzen sie vor der Tafel und lernen etwas Neues.

Zudem darf ich mit den Lehrer*innen die Hausaufgaben kontrollieren und den Kindern beim Verbessern helfen. Wenn die Kinder einen Arbeitsauftrag erhalten und Hilfe brauchen, stehe ich ihnen zur Verfügung.

In manchen Unterrichtseinheiten helfe ich allen Kindern und in anderen arbeite ich nur mit einem Kind.

Um halb zehn frühstücken wir alle zusammen im Nebenraum und erzählen uns vom Wochenende. Danach gehen alle Kinder nach draußen. Nach der Pause geht der Unterricht weiter. Die Kinder rechnen, schreiben, lesen, malen, basteln oder singen.

Einmal in der Woche haben die beiden Förderklassen zusammen Sport. Vor dem Sport helfe ich beim Umziehen, während der Sportstunden beim Auf- und Abbau und gebe Hilfestellung. Von montags bis donnerstags bleibe ich bis zur sechsten Stunde und freitags bis zur vierten Stunde in den Klassen. Anschließend begleite ich ein paar Kinder zum Schulbus.

Nachmittags in der OGS

Nach meiner Mittagspause gehe ich mit der FSJlerin aus dem Kindergarten in die Offene Ganztagsschule (OGS). In der OGS gibt es zwei Gruppen: die Flummigruppe (1. und 2. Klasse) und die Piratengruppe (3. und 4. Klasse). Dort unterstützen wir das OGS-Team beim Mittagessen und bei den Hausaufgaben.

Anschließend spielen, basteln, malen oder singen wir mit den Kindern. Um 15 Uhr fahren die Kinder aus der Flummigruppe mit den Bussen nach Hause. Anschließend gehen wir bis 16.15 Uhr zu den Piraten. Bei den Piraten gestalten wir ebenfalls den Nachmittag, indem wir Spiele oder Bastelangebote anbieten.

Ich kann das nur empfehlen!

Als ich mit meinem Freiwilligendienst angefangen habe, konnte ich keine Gebärdensprache. Mittlerweile kann ich schon viele Gebärden. Die Lehrkräfte und die Kinder bringen mir täglich neue Gebärden bei. Man braucht auch nicht durchgehend mit Gebärden kommunizieren, da die meisten Kinder Hörhilfen tragen.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem FSJ und erlebe jeden Tag etwas Neues. Langeweile kommt nie auf. Alle, die gerne mit Kindern arbeiten und sich für den Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation interessieren, sollten sich an der LVR-Gerricus-Schule für ein FSJ oder ein BFD bewerben. Ich kann dies nur empfehlen.

Von Jenny I. (FSJlerin 2018/2019)