Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation

Die Sprechfähigkeit formt sich bereits in den ersten Lebensjahren. Deshalb ist es bei einer Hörbeeinträchtigungen wichtig, die optimale sprachliche sowie persönliche Entwicklung Ihres Kindes frühzeitig zu fördern.

Sprachdeprivation und ihre Folgen

Das Video der Deutschen Gehörlosenjugend erklärt den Begriff Sprachdeprivation:

Die ersten Lebensjahre sind das wichtigste Fenster für den Spracherwerb. Erhält ein Kind in dieser Zeit keinen barrierefreien Zugang zu einer Sprache (Laut- oder Gebärdensprache), spricht man von Sprachdeprivation. Dies kann zu dauerhaften Verzögerungen führen, da das Gehirn auf sprachliche Anreize angewiesen ist. Besonders für schwerhörige oder gehörlose Kinder ist ein früher, uneingeschränkter Zugang zu Kommunikation entscheidend, um sprachliche Barrieren im hörenden Umfeld zu vermeiden. Die Auswirkungen eines mangelnden Sprachzugangs zeigen sich dabei auf unterschiedlichen Ebenen:

  • Kognitive Beeinträchtigungen
    Verzögerungen in der Sprachentwicklung können zu Defiziten in anderen Bereichen wie Denken, Problemlösen und sozialer Interaktion führen.

  • Emotionale Auswirkungen
    Kinder können Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle auszudrücken und Beziehungen zu anderen aufzubauen.

  • Akademische Herausforderungen
    Ein begrenzter Wortschatz und mangelnde Sprachfähigkeiten können das Lernen in der Schule erschweren.

  • Langfristige Konsequenzen
    Ohne rechtzeitiges Eingreifen können diese Beeinträchtigungen bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.

Anzeichen einer Hörschädigung

Anders als beispielsweise eine körperliche Behinderung ist eine Hörschädigung nicht unmittelbar zu erkennen. Eine Hörschädigung ist eine unsichtbare Behinderung.

Die Auswirkungen können jedoch weitreichend und vielschichtig sein, weil die Kommunikation und der Spracherwerb davon betroffen sind und weil wir über Kommunikation in Beziehung zu anderen Menschen treten.

Eine Früherkennung der Hörschädigung trägt dazu bei, dass die Auswirkungen der Hörschädigung auf die Sprachentwicklung möglichst gering bleiben.

Frühe Anzeichen einer Hörschädigung

Anzeichen einer Hörschädigung bei Schulkindern

Trotz des Neugeborenenscreenings und regelmäßiger medizinischer Untersuchungen im Kindesalter kommt es immer noch vor, dass eine Hörschädigung erst in der Schule auffällt.

Anzeichen für eine Hörschädigung können sein:

  • schnelle Ermüdung, häufige Unaufmerksamkeit oder Träumen

  • niedrige Frustrationstoleranz

  • Antworten, die oft nicht zur Frage passen

  • während Unterrichtsgesprächen häufige, irrtümliche Wiederholung von vorangegangenen Beiträgen der Mitschüler*innen

  • starke Orientierung an Reaktionen und Aktionen der Mitschüler*innen

  • Auffälligkeiten in der Artikulation; besonders beim s-Laut oder beim "th" im Englischen

  • geringes Selbstbewusstsein; das Kind wirkt "unsichtbar"

  • wenig aktive Mitarbeit im Unterricht

  • Auffälligkeiten bei der Verortung einer Sprach-/Geräuschquelle (Richtungshören ist bei einer einseitigen Hörschädigung erschwert)

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