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Notwendige Rahmenbedingungen

Unterstützung durch alle Lehrkräfte

Damit Gemeinsames Lernen für hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler gelingen kann, ist es von großer Bedeutung, dass alle Lehrerinnen und Lehrer, die in der Klasse des Kindes unterrichten, über dessen hörgeschädigtenspezifische Bedürfnisse und den individuellen Nachteilsausgleich informiert sind. Dazu sind regelmäßige Absprachen und ein fortlaufender Austausch mit der Sonderpädagogin/ dem Sonderpädagogen notwendig.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Hilfen, die in jedem Unterricht mit hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern zu beachten sind, aufgelistet:

Ausgangssituation

Die Situation an vielen allgemeinen Schulen stellt sich wie folgt dar:

In den Klassen sind teilweise über 30 Schülerinnen und Schüler. An weiterführenden Schulen gibt es oft das Lehrerraumprinzip; d.h. die Schülerinnen und Schüler wechseln für jedes Unterrichtsfach den Raum. Die Räume haben oft sehr hohe Nachhallzeiten aufgrund ihrer großen, harten Flächen. Zudem gibt es auch von außen oder aus benachbarten Räumen viele Störgeräusche.

Für hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler bedeutet dies, dass sie Sprache noch schlechter verstehen und verarbeiten und dem Unterricht insgesamt schlechter folgen können. Sie sind dadurch in ihrem Lernen gegenüber den hörenden Schülerinnen und Schülern benachteiligt.

Dieser Nachteil kann teilweise ausgeglichen werden, indem der Klassenraum raumakustisch saniert wird und folgende weitere Empfehlungen umgesetzt werden:

Klasse

  • Klassenfrequenz möglichst verringern (20-25 Schülerinnen und Schüler)
  • Möglichkeit zur Kleingruppenförderung in einem zusätzlichen (Neben-)Raum
  • Bindung der Klasse/Lerngruppe für die gesamte Schulzeit an einen raumakustisch optimierten Klassenraum
  • Auswahl von raumakustisch günstig ausgestatteten Fachräumen

Vermeidung von Störgeräuschen

  • Teppichböden verlegen
  • Eigengeräusche bei Türen, Tafeln, Möbeln, Neonröhren, Computern, Heizkörpern, Lüftungen, Overheadprojektoren usw. vermeiden
  • Filzgleiter unter den Stühlen anbringen z.B. in Fachräumen)

Verbesserung der Raumakustik

Guter Schutz vor Geräuschen von außen oder aus benachbarten Räumen durch:

  • Verlegung trittschallarmer Flurbodenbeläge
  • Unterricht in Klassenräumen im oberen Stockwerk (weniger Lärm von Flur/Treppenhaus)
  • Unterricht in Klassenräumen fern von verkehrsreichen Straßen
  • Fenster und Türen aus schallisolierendem Material
  • Schallisolierung der Zwischenwände

Verbesserung der Nachhallzeit durch:

  • schallabsorbierende Decken
  • abgehängte Schallbrecher (Styroporplatten, Bilder)
  • schallabsorbierende Wandverkleidung (z.B. Kork, Filz, Molton)
  • Vorhänge
  • Raumgestaltung mit schallabsorbierenden Elementen (z.B. offenen Regalen, Pflanzen)

Technische Hilfen

  • Hörgeräte/ Cochlea-Implantate (Anschaffung über die Krankenkasse des Kindes)
  • digitale Übertragungsanlage mit Schülermikrofonen (Anschaffung über die Krankenkasse des Kindes)
  • Soundfieldanlage
  • Auf Anschlussmöglichkeiten der digitalen Übertragungsanlagen an andere Tonquellen achten
  • Bei Neuanschaffung von elektronischen Geräten auf Herstellerangaben bzgl. des Eigenrauschens achten. Das Eigenrauschen sollte nicht mehr als 30dB betragen.
  • interaktives Whiteboard/ Dokumentenkamera/ Beamer zur Visualisierung